Mit welchem Modell unternahm Alfred Gäbelmann seine Reise? Im neu erschienenen Buch „Auf D-Rad – Von Berlin nach Kairo“ geht nicht hervor, mit welchem Modell Alfred Gäbelmann diese Sportsleistung unternahm. Ich wurde durch einen Leser darauf aufmerksam gemacht und möchte dies hiermit nachholen: Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handelt sich um eine R0/4 - oder doch eher eine R1/4? Laut Berichten soll es eine Serienmaschine gewesen sein, doch stimmt das auch? Zusammen mit dem Leser habe ich eine kleine Forschungsarbeit geleistet: Aufgrund der starken Verschmutzung auf dem obigen Foto lässt sich die Motor- oder Rahmennummer leider nicht ablesen. Als Basis diente eine R1/4, jedoch wurde sie mächtig abgeändert. Der Tank stammt von der R1/4, ebenso der Sportlenker und das am Rahmen befestigte Schaltschwert. Anstelle der Fussrasten blieben jedoch die Trittbretter der R0/4. Auch die Fusshebel sind von der R0/4. Der Rahmen stammt ebenfalls aus der R0/4 bzw. R1/4-Produktion, da das hintere Schutzblech noch unten am Rahmen befestigt wurde. Interessant wird es beim Vorderbau: Die Gabel, die kurze Blattfeder und die Radnabe samt Bremstrommel lassen auf die erst noch erscheinende R0/5 hindeuten. Beim Lenkungsdämpfer vertraut Gäbelmann auf den der R1/4. Leider sieht man auf keinem Bild genau, welcher Vergaser verbaut wurde. Aufgrund des Handhebels mit Gas- und Luftregulierung lässt sich ein Betrieb mit dem „Brown & Barlow 120“ nicht ausschliessen. Ein Luftfilter sorgte für „frischen Atem“ auf den staubigen Strassen des Südens. Die von der „Robert Bosch AG“ gesponserte Zünd- und Lichtanlage umfasste eine Zündlichtmaschine des Typs E1, den Spitzscheinwerfer J130 sowie das moderne JN3-Rücklicht. Neben der Ballhupe gönnte sich Gäbelmann ein Bosch UC6-Trichterhorn. Der Suchscheinwerfer dürfte von „CURRUS“ gewesen sein. Der Fahrersattel stammt von der R0/4, währenddessen ein „Recreo“-Soziussattel Dr. Wilhelm Spohr zu den Pyramiden brachte. Dieser hatte eine 10-stufige Verstellungsmöglichkeit, damit sich die Federkraft optimal dem Körpergewicht angepasst werden konnte. Soviel zum Thema „normale Serienmaschine“! Warum hat das D-Rad kein Leipziger Kennzeichen? Anscheinend wurde das D-Rad von der „Deutsche Industrie-Werke AG“ zur Verfügung gestellt. Wie auf einem Foto zur „Schweren tschechischen Geländemeisterschaft“ ersichtlich ist, gehörten die Kennzeichen IA-18341 und IA-18343 der D-Rad Werksmannschaft. Es ist also anzunehmen, dass auch das Kennzeichen IA-18342 zu diesem Team gehörte und Alfred Gäbelmann die Maschine lediglich leihweise erhielt.
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