www.d-rad.ch Benno Stöcklin
Ein D-Rad Motor wird überholt – Teil 3 (Montage)
Nach dem Zerlegen des Motors (Berichte des Monats April und Mai 2016) und der Überholung defekter Teile erfolgen die letzten Schritte des Zusammenbaus.
Die Stösselmuttern waren oben leicht ein-geschlagen und daher nicht mehr plan. Ich habe diese auf eine Spannhilfe aufgespannt und überschliffen.
Nebenstehend sieht man die frisch überhol-te Kurbelwelle. Sie wurde gereinigt und revidiert.
Folgende Arbeiten wurden ausgeführt:
Linkes Kurbelwellenlager ersetzt
Unteres Pleuellager samt Zapfen ersetzt
Oberes Pleuellager ersetzt
Beim Ausbau der Kurbelwelle hatte ich be-merkt, dass der Pleuel ein sehr hohes seitli-ches Spiel hatte. Er liess sich seitlich bis an die Kurbelwangen bewegen.
Grund dafür war anscheinend der Ausbruch mehrerer Teile vom Pleuellager-Käfig. Diese haben an der gehärteten Welle massiven Schaden angerichtet.
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Der Einbau der Kurbelwelle in das Gehäuse erfolgt ohne Probleme. Hier ist wieder zu beachten, dass man das «Löffelchen» an der linken Kurbelwange nicht beschädigt. Durch Drehung der Kurbelwelle sollte nach jedem Arbeitsschritt die Leichtgängigkeit der gesamten Einheit überprüft werden! Sämtliche Komponenten reichlich mit Mo-torenöl schmieren!
Das rechte Kurbelwellenlager kann nun auf die Welle aufgezogen werden.
WICHTIG: den Zwischenring hinter dem Lagerring nicht vergessen!
Zusammenbau von Lagerring und dreiecki-gem Sicherungsblech. Die Schrauben sollten gesichert werden.
Anschliessend erfolgt Auflegen der Papier-dichtung sowie des Kurbelgehäusedeckels
Der Kurbelgehäusedeckel wird durch sechs Sechskantmuttern und zwei Kronenmuttern gesichert. Damit das Alugehäuse durch die Federringe nicht beschädigt wird, sind Un-terlegscheiben zwischen den beiden Teilen eingelegt. Die Kronenmuttern befinden sich unter dem Zwischenrad des Zünderantriebes und wer-den mit Splinten gesichert.
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Den abnehmbaren Innenring des Lagers steckt man auf den Kurbelzapfen, bevor der Druckring und das Steuerungsantriebsrad folgen (Passfeder nicht vergessen).
Bevor man die Mutter aufschraubt, sollte eine Markierung für die Position des Siche-rungsdrahts angebracht werden. Dies er-leichtert die Montage.
Damit ich die Mutter alleine festziehen konnte, habe ich den Pleuel mit Hilfe von zwei Kanthölzern blockiert.
Auf den linken Kurbelzapfen wird nun der Sprengring aufgezogen. Danach kann der kleine Deckel mit den drei Senkschrauben befestigt werden.
Im Anschluss erfolgt die Montage der Steu-erräder. Dabei ist zwingend auf die Markie-rungen auf den Rädern zu achten! Beim Auslassnockenrad gehört aussen eine Anlaufscheibe hin. Auf das Spiel zwischen Zwischenrad und Zünderrad sollte unbedingt geachtet wer-den. Das Zahnspiel kann durch ein Messing-blech unter dem Zünder angepasst werden.
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Nachdem der Steuerräderdeckel montiert ist, hatte ich die noch leicht überstehende Dichtung mit einem Japanmesser wegge-schnitten.
Der neue Kolben wird am Pleuel montiert. Auch hier sollte man nicht an Öl sparen, damit beim ersten Start genug Schmierung vorhanden ist.
Mit besonderer Vorsicht wird der Kolben in den Zylinder eingeführt. Unter den Zylinder gehört eine Papierdichtung.
Anbauen des Ventilausheberhebels: Zwi-schen Gehäuse und Hebel sitzt bei der R0/4 eine Scheibe; bei den späteren Modellen eine Filzdichtung.
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Der Klemmbolzen wird mit der Sechskant-mutter vorsichtig eingezogen. Danach kann die Kegelfeder eingesetzt werden.
Der Halter für die Zündregulierung ist nach-gebaut und vernickelt. Er darf keinesfalls zu weit eingeschraubt werden, da sonst das darunterliegende Zwischenantriebsrad be-schädigt wird!
Die Federöse ist aus Federstahldraht gebo-gen. Damit das Alugehäuse nicht beschädigt wird, legte ich zusätzlich eine Unterleg-scheibe darunter. Die Spiralfeder wurde auf Mass zugeschnitten und die Ösen werden entsprechend geformt.
Das Kettenrad weist wenig Verschleiss auf. Deshalb kann es ebenfalls wiederverwendet werden. Die Übersetzung einer Solomaschi-ne beträgt 19 auf 37 Zähne.
Die Mutter muss gut angezogen werden, damit das Kettenrad auf der Welle stramm sitzt.
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Die Kupplungsbrücke kann wieder ange-schraubt werden. Die Schnecke wurde nur lose zusammengefügt, da die Einstellung mit dem Fusspedal erfolgen muss.
Das Ventilspiel wird mit einer Fühlerlehre auf 0.2 – 0.3 mm eingestellt.
Jetzt erfolgt der Anbau des Hitzeschutz-schildes sowie des Ventilabdeckbleches.
Die zusätzlich angebrachte Leitung zur Schmierung der Ventilschäfte war durch die Vibrationen spröde und mehrfach gerissen.
Ich habe diese neu gefertigt und verlötet, so wie es vorher schon war.
Als letzte Arbeitsschritte wurde das Zündkabel angebracht und der Vergaser angeschraubt, wobei letzterer bei der Montage in den Rahmen wohl nochmals entfernt werden muss. Um den Zündzeitpunkt zu kontrollieren, hatte ich den Kühlturm nochmals weggeschraubt, den Kolben posi-tioniert und am Unterbrecher gemessen, wann er öffnet.
Da der Motor im Rahmen fast gänzlich zerlegt werden kann, erfolgt erst nach dem kompletten Zusammen-bau des D-Rades ein Probelauf. Falls es noch Probleme geben würde, wäre eine Nacharbeit weitestgehend «auf der Strasse» möglich.
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Einbaufertig!

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