Skijöring mit dem Motorrad
Mit Bildern des Verfassers

V. JAHRGANG - HEFT 3

EINE reizvolle, neuartige Wintersport - Kombination: auf Schneeschuhen im Schlepp-
tau eines Motorrades, hat in den letzten Jahren im Schwarzwald und in den bayerischen Bergen viele Anhänger gefunden. Auf der flachen Landstraße wie auf steilen Gebirgspfaden begegnet man auch in diesem Winter wieder allenthalben dem neuen „Gespann“. Mit großem Tempo, gesichert vor Sturz- und Rutschgefahr, läßt sich das Motorpferd mit angehängter Skiläuferlast auch auf glattgefrorener Straße und starker Steigung gefahrlos steuern, wenn man die Reifen mit einem Gleitschutz versieht und der Schneeuntergrund weder matschig noch festgetreten ist, sondern schön locker und pulvrig liegt.

Was dem passionierten Schneeschuhläufer höchster Genuß ist: eine mühelose Abfahrt durch die glitzernde, strahlende Märchenwelt der Berge, das vermittelt ihm das Motorrad-Skijöring jetzt auch für den sonst oft beschwerlichen Anstieg. Selbst die unerquickliche Bahnfahrt im überhitzten und überfüllten Abteil bis zum Ausgangsort seiner Skitouren kann er meiden, wenn, die Landstraße bei gutgefrorenem Untergrund eine geringe Neuschneedecke trägt, die das „Spuren“ möglich macht. Ein Zugseil oder lederner Zügel von etwa 15 Meter Länge, in Schlingenform am Gepäckträger des Motorrades befestigt, eine um die Reifen gespannte Schneekette oder stahlspitzbenietete Ledermanschetten, ja schon die einfache Umwicklung der Pneumatiks mit starker Kordelschnur bilden die ganze „Spezialausrüstung“, die zum Motorrad-Skijöring gebraucht
Natürlich gehört ein wenig Routine und Uebung zu diesem Sport, namentlich, was das Anfahren und Anhalten, das Kurvennehmen und Erklimmen von Steigungen anbetrifft: mit ein paar Hupensignalen jedoch, die man mit seinem „Anhängsel“ vereinbart, ist schnell eine gegenseitige Fahrtverständigung geschaffen, so daß der Skiläufer beim plötzlichen Abstoppen nicht in die Maschine hineinrennt und andere Gefahrmöglichkeiten ebenfalls von vorn herein ausgeschaltet werden.
Ein paar Fingerzeige noch für den „Motorrad-Trekker“: man vermeide das „Drücken“ der Maschine in Kurven nach Möglichkeit, benütze zudem nur eine Maschine mit gutwirkender, nicht blockierender Vorderradbremse und fahre aus Rücksicht auf den im Schlepptau Hängenden kein übelriechendes Rizinusöl. Schützt man sich die Hände durch Anbringung von Windmanschetten an den Lenkergriffen, die Knie vor auf stäuben dem Schnee durch Schutzbleche, dann kann man es auf ebener Landstraße bei guten Schneeverhältnissen mit ein oder zwei Mann im Schlepptau bis auf 80 km/Std. Geschwindigkeit bringen, ohne daß der großartige Genuß dieses Dahinfiegens über die weißen Weiten durch die schneidende Kälte des Luftzugs beeinträchtigt wird.

Skijöring-Heil!

Alex Büttner

Mit dem Motorrad durch tiefen Schnee
Bild 1:
Am Waldesrand
Bild 2:
Motorrad-Skijöring
Bild 3:
Der mitgenommene Rodelschlitten tritt in Aktion

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