Ein D-Rad ohne Motor
Text zusammengestellt: Benno Stöcklin Inhalt und Bilder: Klaus-Dieter Schulte / Stadtarchiv Neuss
Vor kurzem bekam ich eine E-Mail über ein spezielles D-Rad. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es handelt sich nicht um eine Spandauer Produktion und hat auch nichts mit der «Deutschen Werke AG» oder deren Nachfolgerfirmen zu tun. Vorgestellt wird in diesem Monat ein Fahrrad der Firma «Hermann Dammjacob» aus Neuss am Rhein.
Hermann Dammjacob (1885 – 1969) arbeitete zunächst als Geselle in einer Schmiede und Schlosserei. Ab 1908 war er Mechaniker und Verkäufer bei einer Singer-Nähmaschinen-Filiale der Stadt Neuss. Schon zwei Jahre später – am 1. Oktober 1910 – gründete er zusammen mit seinem Bruder Heinrich das Geschäft «Gebr. Dammjacob» in Neuss, in dem sie Nähmaschinen, Fahrräder und diverse Maschinen verkauften. 1912 gründeten sie die «Gebr. Dammjacob GmbH» und zogen in ein grösseres Ladenlokal. Die Nähmaschinen wurden von Stoewer bezogen, die Fahrräder lieferte Opel. Ein Jahr später ergänzte man das Sortiment um Herde, Öfen und Möbel
Nach dem Ersten Weltkrieg gründeten die beiden Brüder ein neues Geschäft, wobei im Jahre 1925 Heinrich Dammjacob von der Firma ausschied und ausbezahlt wurde. In dieser Zeit bezog das Geschäft sehr viele Fahrräder von Opel. 1928 zog Herrmann Dammjacob erneut um. Zwischen 1974 und 1978 wurde das Geschäft geschlossen, denn danach taucht der Name in den Adressbüchern von Neuss nicht mehr auf. Interessanterweise ist nichts über eine eigene Fahrradproduktion bekannt. Daher konnte bis jetzt nichts über das abgebildete «D-Rad» herausgefunden werden. Wer weiss mehr zu diesem Fahrrad? Bitte melden Sie sich, der Besitzer würde sich freuen!

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