Die Überholung des Vergasers «SUM D 500»
Auf dem Bild sieht man die Ausgangslage. Der Vergaser war stark verschmutzt und die Schwimmerkammer aus Aluminium korrodiert.
Ich habe zunächst alles grob gereinigt und dann den Vergaser sorgfältig zerlegt.
Sämtliche Teile wurden anschliessend mit Pinsel und feiner Messingbürste unter Zuhilfenahme von Dieselöl gereinigt.

Der direkte Vergleich: Nur durch vorsichtiges Reinigen erreicht man sehr viel.
Die korrodierte Schwimmerkammer wurde mit ei-nem feinen Scotch-Tuch behandelt. Hierbei war wichtig, dass der noch vorhandene Nickel nicht zer-stört wird.
Im nebenstehenden Bild sieht man das Pulver, wel-ches lose in der Schwimmerkammer war.
Da der Schieberkolben an manchen Stellen um über 2 mm und die Bohrung um etwa 0.5 mm ausge-schlagen waren, habe ich zunächst die Bohrung ausgedreht. Dafür spannte ich den Vergaser auf ei-nen Stahlwürfel und richtete ihn fluchtend mit der Messuhr aus. Danach drehte ich die Bohrung soweit aus, bis ich wieder eine saubere Oberfläche hatte.
Falls ein Vergaser schon einmal ausgedreht wurde oder zu viel Verschleiss aufweist, kann eine dünne Büchse eingezogen werden. Dazu dreht man den Vergaser etwa 1mm aus, um eine 0.5mm dünne Büchse aus Messing einzulöten. Nach dem Verlöten kann man die Bohrung nochmals leicht ausdrehen.

Der neue Schieberkolben wird zunächst auf Mass vorgedreht, danach die Freistellung mit Hilfe eines Teilapparates gefräst. Ein Axialeinstichstahl wäre eine Alternative.
Der axial verlaufende Schlitz wird ebenfalls auf der Fräsmaschine hergestellt.
Schieberkolben und Bohrung passen zueinander.
Wichtig: Durch das Aufschlagen des Kolbens auf die Standgasschraube entsteht eine Braue. Dies kann dazu führen, dass der Kolben hängen bleibt! Eine kleine Fase unten am Kolben verschafft Abhilfe.
Weiter wurde die durch den Tupfer eingedrückte Schwimmerkammer aufgelötet und ausgebeult.
(Bild entstand vor dem Ausbeulen)

Der ausgeschlagene Tupfer wurde mit leichtem Übermass neu hergestellt. Die Bohrung im massi-ven Schwimmerkammerdeckel wurde grösser aus-gerieben.
Die korrodierte Feder wurde im Zuge der Überho-lung ersetzt.
Beim Zylinder der R0/4 sind die Stehbolzen relativ kurz. Daher habe ich eine Dichtung aus 1 mm Fiber geschnitten. Andere Zylinder weisen deutlich längere Stehbolzen auf. Hierbei kommt eine 5 mm dicke Platte aus Hartpapier / Pertinax zur Anwendung.
Die 95er Hauptdüse und die 50er Leerlaufdüse wurden mit einer Düsenlehre kontrolliert. Erfahrungsgemäss müsste das D-Rad damit auch mit heutigem Benzin funktionieren. Die Schwimmernadel wurde auf ihre Dichtigkeit überprüft. Ein Einläppen war diesmal nicht erforderlich. Der Schwimmerstand wird vor dem ersten Start des Motors kontrolliert und eingestellt. Deshalb steht eine Schraube am Schwimmerkammerdeckel auch noch vor.

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