D-Rad R0/4: Rahmen richten Die Ausgangslage Der Rahmen einer R0/4 ist hinten beschädigt. Das linke Rohr des Unterzuges ist nach oben gebogen. Wie dies geschehen ist, bleibt ein Rätsel. Man sieht weder Kratzspuren noch eine Delle von einem Aufschlag. Um den Rahmen richten zu können, musste eine Lehre gebaut werden, welche die ganze Konstruktion fixiert und als Referenz der Sollmasse dient. Gleichzeitig enthält die Lehre ein Biegewerkzeug mit langem Hebel. Die Lehre Um die Lehre zu konstruieren, habe ich den Rahmen beidseitig vermessen und mehrere Skizzen mit den relevanten Massen erstellt. Als das Grundkonzept stand, zeichnete ich im CAD die benötigten Teile und prüfte die Masse nochmals am Rahmen nach. Ich entschied mich, die Teile laserschneiden zu lassen, da die Computerdaten gleich an die Firma mit der Schneidemaschine übertragen werden können. Fräsen oder sägen und feilen hätte einen viel höheren Aufwand bedeutet. Mit meiner Konstruktion konnte ich die Teile nach dem Laserschneiden ganz einfach zusammenfügen und musste mich nicht mehr um Konturen und Abstände kümmern. Die fertige Konstruktion im 2D-CAD Nach Erhalt der Teile habe ich diese grob verputzt, die Bohrungen aufgebohrt und die Lehre mit Hilfe von Schraubzwingen ein erstes Mal zusammengebaut. Nach kleineren Anpassungen sass der Rahmen perfekt. Die Vorrichtung wurde ein erstes Mal zusammengesteckt – passt! Somit konnte ich die einzelnen Teile der Lehre winklig ausrichten und mit einigen Schweisspunkten heften. Als nächster Arbeitsschritt stand das komplette Verschweissen an. Dies wurde mit einer MAG-Anlage durchgeführt. Damit beim Richten genügend Halt vorhanden ist, wurde die Lehre so konstruiert, um sie auf einen Gusstisch mit T-Nuten schrauben zu können. Im Anschluss fand der Rahmen seinen Platz auf der Vorrichtung.   Die Hitzeschutzbleche Damit beim Richten die Hitze nicht zu stark auf die Gussteile einwirkt, habe ich einige Hitzeschutzbleche zugeschnitten. Bei der Bremsstützen-Muffe sollte erst noch mit Pressluft gekühlt werden, jedoch war dies in der Praxis nicht vonnöten.   Das Richten Nach Anschluss von Y-Stücken, Schläuchen und Brennern an die Autogenschweissanlage galt es ernst. Als Brenner dienten zwei Wärmeeinsätze, die im Vergleich zu einem Schweisseinsatz eine weichere und brei-tere Flamme haben. Damit bringt man richtig Hitze an den Rahmen! Mit zwei Brennern kann gleichzeitig an mehreren Stellen erwärmt werden. Es sollte nicht mehr Material geschädigt werden als nötig und der Vor-gang soll auch so schnell wie möglich abgeschlossen sein, damit der Stahl nicht ausgeglüht wird. Nach dem Aufspannen des Rahmens sah man sehr gut, wie er verzogen war. Die linke Radaufnahme musste um etwa 8 mm nach unten. Die beiden Wärmeeinsätze wurden auf die geknickten Stellen gerichtet; jeweils an der Knick-Aussenseite – sprich da, wo das Rohr «gestaucht» werden musste. Bereits nach dem ersten Durchgang konnte das Rahmenheck mittels Schraube an der Beiwagenaufnahme fixiert werden. Danach erfolgte ein zweiter Richtvorgang, bei dem das Rohr noch weiter zurückgebogen wurde.   Als letztes musste die Muffe für die Bremse noch leicht gedreht werden, damit diese wieder winklig zur Radachse / Bremsfelge fluchtet. Da der Hauptständer einst den Gegebenheiten angepasst wurde, musste dieser ebenfalls noch leicht gerichtet werden. Dazu wurde dieser montiert, im mittleren Bereich erwärmt und zu seiner ursprünglichen Form zurückgebogen. Die Bremsstützen-Muffe wird leicht gedreht, damit sie winklig zur Radachse sitzt Gleich ist der Rahmen fertig. Hauptständer und Rad passen wieder perfekt.
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