20. D-Rad Treffen 2014 (Waldau / Thüringen)

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D-Rad Treffen 2014 Video Film
Ausfahrt am Samstag
Ausfahrt am Samstag (Stummfilm)

Rückblick

Waldau war der Treffpunkt der D-Rad Fahrer. Der Ort liegt neben Schleusingen, südlich des Rennsteiges und nördlich von Coburg. Die Region gehört zum Thüringer Wald und war früher DDR, nicht weit davon weg war die Grenze. Wir sind bereits eine Woche vorher angereist und nutzten die Zeit, uns die Region anzusehen. Geplant waren auch Wanderungen, das Wetter war aber oft schlecht, so dass wir uns mehr nach trockenen Zielen ausrichten mussten.

Bereits am Montag reisten andere D-Radler an, am Dienstag der erste Wohnwagen auf dem Platz. Dort war auch schon ein grosses Zelt aufgestellt. Ab Donnerstag kam mehr Leben rumd ums das Gelände auf, ein Begrüssungsbanner kam dazu und der WC Wagen war auch am Wasser angeschlossen. Erste Begrüssungen und Gespräche konnten ausgetauscht werden.

Am Freitagmittag standen 2 Busse bereit für die gemeinsame Fahrt nach Meinigen. Dort befindet sich das letzte grosse Instandstellungswerk für Dampflokomotiven in Westeuropa. Geschätzte 80 Personen waren bei der Führung dabei, welche rund zwei Stunden dauerte.

1914 wurde das Dampflokwerk in Meiningen gegründet. Man fühlt sich dort wie in den Hallen der Deutschen Werke in Spandau, zumindest die Architektur der Werkhallen ist dieselbe. In den letzten Jahren hat sich das Werk zu einem Kompetenzzentrum für historische Schienenfahrzeuge entwickelt. Neben den noch immer dominierenden Dampflokomotiven sieht man immer häufiger auch historische Wagen. Aber auch historische Dieselloks, E-Loks, Triebwagen und moderne Schneeräumfahrzeuge gehören zum Leistungsumfang. Fast jedes Teil für die historischen Fahrzeuge kann neu gefertigt oder beschafft werden kann.

Zuerst wurden uns vom ehemaligen Betriebsleiter eine Einführung und ein Film geboten, welcher die Geschichte und den Leistungsumfang erklärte. Dann wurde die Gruppe halbiert und auf die Werksführung geschickt. Leider arbeitet man in Deutschland am Freitagnachmittag nicht mehr, somit war auch kein Betrieb mehr an den Arbeitsplätzen.
Zu Beginn der Führung kamen wir in eine grosse Halle, wo links und rechts von einem Mittelgang mehrere Gleise nebeneinander liegen. Darauf sind verschiedene Lokomotiven und Wagen abgestellt, z.T. zerlegt, manche rostig, andere im Wiederaufbau. Der Anblick von aufgebockten Loks ohne Schubstangen und Fahrwerke ist schon ungewöhnlich. Vor allem hat mir gefallen, dass man wirklich 'rein' konnte und sich um und unter den Fahrzeugen ansehen konnte, was man wollte. Unser Werksführer war kompetent und konnte die Abläufe genau erklären.

Am Ende der grossen Halle steht noch eine Waschmaschine, wie für Autos, nur etwas grösser.

In einer zweiten Halle ist die mechanische Bearbeitung untergebracht. Dort sind Maschinen für die Blechverarbeitung. Unter Blech versteht man da aber auch 30mm dicke Stahlplatten, welche zu Druckkesseln gerollt und genietet werden. Auch werden die Räder neu aufgeschrumpft und es stehen riesige Drehmaschinen zur Verfügung, um das 'Reifenprofil' neu anzulegen. Natürlich gibt es Schweissplätze, Schleifmaschinen, Sägen, überdimensionale Bohrer und mehr.

Im Aussenbereich angelangt, sehen wir neben zerfallenden Gebäuden die Testgleise, wo die ersten Fahrversuche auf beliebigen Spurbreiten gemacht werden können. Eine Dreh- oder Wendeplattform führt die Gleise sternförmig in die Anheizhalle, wo mehrere fahrbereite Loks und Tender stehen. Dieses Umfeld mit den Rauchfängen über den Lokkaminen kennt man eigentlich nur noch aus Filmen oder von der Modelleisenbahn. Für mich war dieser Ort grossartig und ich kann nun etwas mehr nachvollziehen, warum früher der Lokführer ein Berufstraum war.
Der Mann vom Werk hätte sicher noch lange erzählt, wenn nicht die zweite Gruppe und die Busse zur Rückfahrt bedrängt hätten. So gingen wir noch im Schnelltempo durch eine Wagenhalle zurück zu den Bussen.

Am Abend gab es im Zelt ein reichhaltiges und deftiges Buffet nach Thüringer Art.

Der Samstag war wie immer der Tag der Ausfahrt. Mir taten die Veranstalter leid, denn die Wetteraussichten waren gegenüber den vergangenen Jahren schlecht. Bereits recht früh, um 08:30 Uhr, war der Start angesagt. Der Himmel war verhangen, es fiel aber kein Regen. Die Strecke führte zuerst vorwiegend auf Hauptstrassen nach Suhl, wo sich das Fahrzeug- und Waffenmuseum befindet. Alle D-Räder wurden auf dem Platz vor den Museen aufgestellt und man konnte feststellen, dass es jedes Jahr mehr werden.

Im Museum für Simson-Fahrzeuge blieb ich bei einem Gespräch über die gleichnamige Automarke hängen. Die Autos wurden in Adolfs Zeiten beseitigt, niemand wollte etwas mit einem jüdischen Auto zu tun haben. Entsprechend rar sind die Wagen heute und es werden Höchstpreise geboten. Vor allem hat mich die sehr moderne und gradlinige Karrosserieführung fasziniert, ich kenne kaum ein Auto aus dieser Zeit, welches so feine und klare Formen aufweist. Das ist natürlich Ansichtssache. Leider konnte ich nicht mehr ins Waffenmuseum gehen, da es Zeit zur Weiterfahrt war.

Der Weg führte über Nebenstrassen in Richtung Zella-Mehlis nach Oberhof, vorbei an einer grossen Sprungschanze. Oberhof ist eine grosse Skiarena, wo mitten im Wald verschiedene Anlagen für nordische Sportarten aufgebaut sind. Vom Standpunkt eines Sport-Atheisten eine sehr unnütze Angelegenheit und Naturverschandelung. Aber auch das ist Ansichtssache.

Der Veranstalter hatte eigentlich ein Interview mit einem Sieger von Oberhof vorgesehen, auch für Tisch- und Bankgarnituren sowie Verpflegung war gesorgt. Hier war aber der Wettergott mächtiger und liess einen Gehörigen fahren in Form eines Platzregens. Dies führte zum fluchtartigen Verlassen des Platzes weit vor dem geplanten Zeitpunkt. Kaum waren alle auf dem Weg, kam auch schon wieder die Sonne und am Wegesrand standen mehrere D-Räder, manche mit Pannen, andere, weil sie den Regenschutz wieder einpackten. Die Fahrt über den Rennsteig zurück nach Schleusingen war sogar von Sonnenschein begleitet und es wurde richtig warm. Schleusingen hat mitten im Ort ein Schloss und einen historischen Marktplatz. Auf diesem wurden nochmal die D-Räder aufgestellt und man fand sich zu einem Gruppenbild zusammen. Faktisch war hier die Ausfahrt zu Ende, die Rückfahrt zum Platz fand eher individuell statt.
Auf dem Veranstaltungsgelände war nun wie immer Aufbruchstimmung. Jeder wollte sein Auto wieder bereit machen für den Heimweg, die Motorräder wurden verladen und es wurde schon mal alles eingeräumt.

Anschliessend begann der gemütliche Teil mit dem Abendessen und vielen Gesprächen. Im Anschluss hatten die Veranstalter Marco Reich und Nico Lenz das Wort. Sie dankten den Sponsoren und den Helfern, überreichten den Eltern und Partnerinnen eine Blumenstrauss für deren Unterstützung und sogar das Treffen 2015 konnte schon angesagt werden. Es soll im Süden stattfinden. Der neue Organisator konnte sogleich erste Informationen geben und verkaufte seine Region in besten Bildern. Wir freuen uns jetzt schon!

Für die einen wurde es noch ein langer und lustiger Abend, oder besser ein früher Morgen und auch dieses Mal war es ein schöner Anlass, der in guter Erinnerung bleiben wird. Danke an Marco und Nico!

Peter Stöcklin

 

Unterlagen

D-Rad Treffen 2014 Werbeplakat
D-Rad Treffen 2014 Ausfahrt
D-Rad Treffen 2014 Rezept Thüringer Klösse
Werbeplakat A4
(PDF, 2 MB)
Ausfahrt
Rezept

 

Panoramen (erhöhte Ladezeiten)

D-Rad Treffen 2014 Dampflokwerk Meiningen Panorama
Dampflokwerk Meiningen

D-Rad Treffen 2014 kurz vor der Abfahrt Panorama
D-Rad Treffen 2014 Halt in Suhl Panorama
kurz vor der Abfahrt
Halt in Suhl

D-Rad Treffen 2014 Mittagshalt Panorama
D-Rad Treffen 2014 Halt in Schleusingen Panorama
Mittagshalt
Halt in Schleusingen

 

Giveaway

D-Rad Treffen 2014 Bierflasche Giveaway
D-Rad Treffen 2014 Holzplakette Giveaway
D-Rad Treffen 2014 Holzplakette Giveaway
Bierflasche
Holzplakette vorne
Holzplakette hinten

 

Zeitungsartikel

Freies Wort vom 13.08.2014 (PDF; 1.3 MB)
Freies Wort vom 16.08.2014 (PDF; 1.6 MB)
Freies Wort vom 19.08.2014 (PDF; 0.9 MB)

 

Einladungs- und Anmeldeunterlagen

Einladung (PDF; 0.1 MB)
Ausschreibung (PDF; 0.1 MB)
Anmeldung (PDF; 0.15 MB)